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DIE REGION
MONTENEGRO
Nach dem Zerfall des Föderalstaates Jugoslawien, bildeten Serbien und Montenegro 1992 einen Rest-Staat. Durch das Referendum 2006 verließ Montenegro (Crna Gora) auch dieses Gebilde und führt die Tradition des historischen Souverenitäts des Königreichs Montenegro – vor dem I. Weltkrieg – fort. Und zwar bereits als EU-assoziirtes Land, schon mit Euro als amtliche Währung.
Es ist vornehmlich eine dünn besiedelte Berglandschaft, mit kontinentaler Klima, und ein mediterraner Küstenstreifen. Ausnahme ist die Tiefebene um die Hauptstadt Podgorica (ehemals Titograd), die ebenfalls mit Bergen von der Meeresküste abgesondert ist, liegt aber an einem der größten Süßwasser-Seen Europas - an der Scutarisee.
Podgorica ist mit einer Bahnlinie nach Belgrad und, durch Tunnel, mit der Hafenstadt Bar verbunden. Von Podgorica zweigt sich die einzige Bahnverbindung Albaniens auch ab. An diese Achse ist etwa die relativ geringe Industriewirtschaft Montenegros ausgerichtet. Hauptwirtschaftliche Einnahmequelle des Landes war jedoch, in den vergangenen Jahrzehnten, der Tourismus. Bisher weniger der Bergtourismus, als die starke Intensität an der Adriaküste: Monokulturell besonders in der Gemeinde von Budva.
Mit PKW ist Montenegro über guten Strassen per Kroatien oder von Belgrad erreichbar, bzw. über Fähren aus Italien. In der Saison verkehren Auto-Tansportzüge von Subotica (ungarische Grenze). Internationale Flughäfen gibt es in Podgorica und Tivat (nebst Dubrovnik), die auch vom „Montenegroairlines“ bedient sind.
DIE BUCHT BOKA
Schon der Name weist auf eine multikulturelle Vergangenheit zurück: „Bocche di Cattaro“ heißt italienisch - Mündungen von Kotor. Die Bucht schließt die Montenegrinische Riviera nach Westen ab, und grenzt mit Kroatien. Ihre Konfiguration ist den norwegischen Fiordlanschaften ähnlich, und dadurch einzigartig am Mittelmeer. Die landschaftliche Schönheit wurde wiederum in der beginnenden touristischen Literatur, zu Ende 19. Jh, mit dem Vierwaldstädter See in der Schweiz verglichen. Der innere Buchtbereich gilt heute als Natur- und Kulturerbe der Menschheit.
Die Kulturtradition reicht in die griechische Mythologie zurück, sowie in die illirisch - römische historische Auseinandersetzungen. Mit römischen Sehenswürdigkeiten in RISAN.
Während der Völkerwanderung entstand KOTOR, versteckt am Ende der gewundenen Bucht. Im Mittelalter war die Stadt Kulturzentrum und Westtor Serbiens, und bis heute wohl der sehenswürdigste historische Stätte Montenegros. U.a. mit dem Marinemuseum, das heute eine tausendjährige Tradition pflegt.
In der Neuzeit teilten die Bucht Venedig und die Türkei auf. HERCEG-NOVI, in Spætmittelalter gegründet, dann türkisches Piratennest, bis Venedig gegen Ende 17. Jh. auch hier obsiegte, und die Festungsanlagen vervollstændigte.
Das 18. Jh. gilt als die Blütezeit der Bucht, und zwar als einer der bedeutendsten Zentren der Schifffahrt im Reiche der "Königin der Meere" - Venedigs. Zahlreiche "Kapitänpalazzi" entlang der Küsten, zeugen noch vom vergangenen Wohlstand. Besonders eindrucksvoll in der kleinen Barockstadt PERAST.
Während der Napoleonischen Kriege verrottete die besegelte Handelsflotte, und die Dampfschifffahrt setzte das Letzte noch drauf. Der Wiener Kongress sprach die Bucht an Österreich zu. Gegen Ende des 19. Jh. begann der Ausbau der Bucht zur zweitwichtigsten (nach Pola) Kriegsmarine-Base der K.u.K Monarchie. Mit dem ersten Industrieobjekt Montenegros: Schiffarsenal bei TIVAT - heute privatisiert zu bedeutendsten Marina-Anlage.
Nach dem I. Weltkrieg befand sich die Bucht im Königreich Jugoslawien. Dies ist die Zeit von wirtschaftlicher Affirmierung des Fremdenverkehrs. Nach dem II. Weltkrieg vereinigte man die Bucht mit der Teilrepublik Montenegro. Der Fremdenverkehr ist zum Haupterwerbszweig geworden.
DIE GEMEINDE HERCEG-NOVI
Bildete sich erst im 19. Jh. aus, nach der Aufhebung des venezianischen Festungsregimes. Umfasst die Westseite der Bucht, nebst großer Halbinsel Lustica. Erreichbar ist von Osten über eine Fähre, im engsten Teil der Bucht, oder mit Umweg über Kotor. An der anderen Seite der Gemeinde zieht sich die neue Staatsgrenze Kroatiens, zum Landkreis Dubrovnik hin. Die Konfiguration ist bergig, bis 1570 m. Höhe.
Die Gemeinde stagnierte bis 1901, als mit einer neuen Bahnlinie dann tatsächlich an die Donaumonarchie angebunden wurde. Daher eine sehr frühe Orientierung an die Touristik, freilich zunächst nur als Propaganda der natürlichen Gegebenheiten. Eine erste solche Nachricht um 1850 besagt: hier herrsche das angenehmste Klima der Monarchie, mit einer selten üppigen Flora und Waldungen. Wenig später beschwerte sich gar der Erzherzog Maximilian von Habsburg: Warum läuft man an die Französische Riviera, wenn so viel Gutes und Schönes gerade hier doch vorhanden ist? Gegen Ende des Jahrhunderts stufte man Herceg-Novi unten die erwartungsvollsten touristischen Gegenden Mittel- und Südadrias ein, mit Dubrovnik gleichgenannt.
Der touristische Boom erfolgte tatsächlich in den 70-er Jahren, dank modernisierten Straßenverbindungen und der Herstellung des Flugverkehrs. Die österreichische Eisenbahn wurde zwar aufgehoben, es entstand jedoch eine neue Bahnverbindung nach Belgrad, im 60 km. entfernten Bar.
 Herceg-Novi ist zurzeit das zweitwichtigste touristische Zentrum Montenegros (nach Budva) mit kompletter Infrastruktur. Vielmehr, hier befindet sich auch das wichtigste Reha- bilitationszentrum Monte- negros–„Heilbadanstalt Igalo“ - wo selbst der ehemalige Staatsoberhaupt Tito eine aufwändige Residenz bauen ließ. Trotzdem verfügt die Gemeinde mit einem bedutenden Industrieobjekt - dem Schiffsremont in Bijela.
Die Gemeinde zählte 23.300 Einwohnern im Jahre 1981, damals mit einer Zunahme von 7000 Personen in einer 15-Jahresfrist. Grundsätzlich durch Zuwanderungen. Die Landwirtschaft war praktisch aufgegeben gewesen, das Handwerk wenig bedeutend, die Industrie absorbierte 1100 (27,5%) Arbeiter, während der Dienstleistungssektor - samt Touristik - 55% der Beschäftigung ausmachte!
Während des Bürgerkrieges fanden hier keine Zerstörungen statt, jedoch, auch durch den starken Flüchtlingszustrom, sind manche strukturelle Veränderungen vorgekommen. Besonders für die Touristik sind diese nachteilhaft, wegen der veralteten Hotellerie.
DIE ORTSCHAFT ZELENIKA
Liegt an einer der seltenen, breiten, wasserreichen und fruchtbaren Ebenen der Gemeinde Herceg-Novi. Der Name ist bezeichnend: Etwa "Grünlein"! Jahrhundertelang siedelte man hier nur im Hinterland, wo zwei Dörfer entstanden sind: Kuti und Sasovic. Die ersten Fischerhäuser erschienen an der Küste erst im 18.Jh. Der topographische Name Zelenika festigte sich als Ortsname, durch die gleiche Benennung des neuen Bahnhofs - der südlichsten Eisenbahnstation der Monarchie. Gleichzeitig mit dem Ausbau dieses Endbahnhofs, wurde ein großer Umladehafen errichtet, umfangreiche Meliorationsarbeiten ausgeführt und Magazinanlagen gebaut.
In diese plötzliche Entstehung der Ortschaft fügte sich schon 1902. die Gründung der ersten touristisch-modern konzipierten Pension an der Südadria ein. Sonstige private Unternehmungen folgten der neuen Gelegenheit. In wenigen Jahren entpuppte sich Zelenika als regionaler Handelsumschlagplatz, auch zu damaligem Königreich Montenegro, wie nach Türkei (heute Albanien) hin.
Nach dem I. Weltkrieg behauptete sich Zelenika in der gleichen Rolle. Zusätzlich noch als Ausfuhrstelle des Aluminiumerzes, aus dem Hinterland, unmittelbar nach Italien. Die Expeditionsunternehmung in Zelenika ist der zweitwichtigste Arbeitgeber - nach dem Militär - geworden und damit der wichtigste Steuerzahler der Gemeinde. Gefolgt mit dem Fremdenverkehr, dessen 10%-igen Anteil in der Gemeinde noch immer das "Strandhotel Zelenika" besorgte.
Nach dem II. Weltkrieg erfolgte die Verstaatlichung aller Privatunternehmungen in Jugoslawien, bzw. - im Rahmen diser Gemeinde - die Zentralisierung in Herceg-Novi. Selbst das Hotel wurde aus der Funktion genommen. Zelenika stagnierte zusätzlich durch die Herstellung der Wirtschaftsachse Titograd-Bar. Der Bahnhof wurde aufgehoben und der Hafen verwaiste. Eine Belebung begann erst in den 80-er Jahren, als neue Lagerkapazitäten für Tiefkühlkost, Haushaltsgeräte und Möbel von regionaler Bedeutung entstanden. Das Dorf vermehrte sich durch private Wohnhausbauten, nebst zwei Kollektivhäuser. Zu althergebrachtem Ortszentrum, am Hafen, siedelte nun das regionale Zollamt, ein großer Supermarkt entstand, nebst anderen Geschäften und Gaststätten. Eine Ortsverwaltung wurde eröffnet. Im Jahre 1981. zählte Zelenika 1700 Einwohner.
Zelenika ist heute eine sehr lebhafte Ortschaft mit tüchtigen Menschen, weiterhin mit zahlreichen Geschäften und Gaststätten. Allerdings, als nennenswerter Tourismus gibt es nur ein Autokamp..
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